Die Hausgeburt
Frauen sollten dort gebären können, wo sie sich sicher fühlen. Wer unter „Sicherheit“ das Vorhandensein aller medizinischen Möglichkeiten versteht, wählt die Klinik.
Wer sich in den eigenen vier Wänden mit der Intensivbetreuung einer medizinischen Fachkraft „sicher“ fühlt, wählt die Hausgeburt mit einer Hebamme. Gut, dass wir in Bielefeld die Wahl haben können!!!
Bei einer Geburt zu Hause sind Mutter und Kind die Hauptpersonen, die Hebamme begleitet und unterstützt.
Das bedeutet: Nicht die Frau muss die Koffer packen und während der Geburt in eine fremde Umgebung umziehen, sondern ich als Hebamme bringe meine Sachen dorthin, wo die Geburt stattfindet, und packe danach alles wieder ein, um wieder zu gehen.
Ich erwarte keine Bewirtung, sondern füge mich unauffällig in das Geschehen ein, bin zur Stelle, wenn ich gebraucht werde, und halte mich ansonsten zurück.
Rufe ich eine Kollegin dazu, ist sie meine Unterstützung – der oder die Partner/ Partnerin kann sich ganz um sich selbst und um die gebärende Frau kümmern.
Eine Geburt in Ruhe, in vertrauter Umgebung, ohne Zwänge von außen und mit der Möglichkeit, jederzeit zu tun und zu lassen, was Frau will, ist einfach ein guter Start ins Leben der neuen Familie.
Die Verunsicherung und Anspannung, die durch eine fremde Umgebung hervorgerufen werden, können nicht entstehen – zu Hause sind darum sehr selten Schmerzmittel notwendig.
Die werdende Mutter bestimmt das Tempo ihrer Geburt selbst, sie entscheidet, ob sie baden, spazieren gehen, liegen, stehen, sitzen will. Sie kann essen und trinken, wann und soviel sie möchte, sie benutzt ihre eigene Toilette, sie kennt den Geruch ihrer Bettwäsche.
Der werdende Vater weiß, wo das Mineralwasser steht, er kann Kaffee oder Tee kochen, er kann sich jederzeit eine Auszeit nehmen und sich an seinem Lieblingsort aufhalten.
Ein Baby, das in dieser häuslichen Umgebung geboren wird, muss sich nicht in eine Umwelt einfinden, die nach ein paar Tagen wieder ganz anders ist (wie bei der Geburt in der Klinik).

Von Anfang an können Eltern und Kind selbst bestimmen, wie sie miteinander umgehen, und sich die Zeit zum Aneinandergewöhnen nehmen, die sie brauchen. Wenn schon Geschwisterkinder da sind, ist es für diese einfacher, das Baby als neues Familienmitglied zu akzeptieren, denn die Mutter bringt es ja nicht aus dem Krankenhaus mit.
Die Aufgabe der Hebamme bei der Geburt zu Hause liegt hauptsächlich in der Beobachtung – ich muss sicher gehen, dass es Mutter und Kind gut geht, überprüfe regelmäßig den Herzschlag des Babys, überwache das Befinden der Mutter, mache Vorschläge zur Wehenerleichterung und kann auch auf Wunsch leichte Medikamente zur Entspannung geben.
Akupunktur und Homöopathie stehen ebenfalls zur Verfügung.
Risiko? Nein danke! Ich ziehe lieber in Ruhe und früh genug in die Klinik um, als zu Hause die Katastrophe abzuwarten. Es kann sein, dass wir wegen Herztonveränderungen des Babys und / oder verzögerter Geburt beschließen, die Geburt in der Klinik fortzusetzen.
Meist erweist sich dann in der Klinik, dass die Entscheidung richtig war.
